Biomechanik · funktionelle Lesart
Hüftbeweglichkeit
Die Hüftbeweglichkeit bezeichnet Umfang und Qualität der Bewegungen des Hüftgelenks, das das Becken mit dem Oberschenkelknochen verbindet: Beugung und Streckung, Abspreizen und Heranführen des Oberschenkels, Rotationen.
Wissenschaftliche Grundlage
Die Hüfte ist ein sehr bewegliches Gelenk, das Bewegungen in allen drei Ebenen erlaubt. In der Sitzposition ist sie gebeugt: Der Winkel zwischen Becken und Oberschenkelknochen geht von etwa 180° im Stehen auf etwa 125° im Sitzen zurück.
Die Beweglichkeit des Beckens und die der Hüften sind gekoppelt; eine Einschränkung der einen kann je nach Aufgabe und Person die relativen Anteile der anderen verändern.
Lesart Blue Portance / SBNFA™
Im SBNFA™-Bezugsrahmen sind die Hüften der Regulator: Sie steuern die Anpassungen, wobei rechte und linke Seite unabhängig voneinander arbeiten. Eine Sitzfläche reguliert die Haltung nicht; sie stellt die Freiheitsgrade, die die Hüften für diese Anpassungen benötigen, zur Verfügung – oder eben nicht.
Beitrag zur Analyse des Sitzens
Die Analyse des Sitzens beobachtet, ob die Position beiden Hüften unabhängige Bewegungen und Variationen der Auflage lässt; sie misst keine Gelenkamplituden.
Abzugrenzen von
Beckenbeweglichkeit, Ausrichtung des Beckens, die von den Hüften gesteuert wird; Iliosakralgelenk, Gelenk zwischen Kreuzbein und Darmbein; Dehnbarkeit: Die Gelenkbeweglichkeit ist hier kein Ziel von Dehnübungen.
Verwandte Begriffe
Posturale Anpassungsfähigkeit · Iliosakralgelenk · Haltungskompensation · Beckenmobilität
Quellen und Tragweite
Etablierter biomechanischer Begriff. Dieser Eintrag schlägt kein Übungsprogramm vor; jede Bewegungseinschränkung erfordert eine Abklärung durch eine medizinische Fachperson.
Weiterführende Inhalte
- Mehr erfahren — Artikel: Die Haut liest die Welt, die Faszien lesen den Körper
- Vertiefung — Expertendossier: Die Faszien – Kapitel 11: Wie beansprucht die Sitzposition die Faszien?
