Klinischer Begriff

Lumbalgie

Die Lumbalgie ist ein Schmerz im unteren Rücken zwischen dem thorakolumbalen Übergang und der Gesäßfalte. In der großen Mehrheit der Fälle wird sie als nicht-spezifisch bezeichnet: Sie ist mechanischen Ursprungs und beruht nicht auf einer schweren Erkrankung.

Wissenschaftliche Grundlage

Klassischerweise unterscheidet man: die akute Lumbalgie, unter 6 Wochen; die subakute Lumbalgie, zwischen 6 Wochen und 3 Monaten; die chronische Lumbalgie, über 3 Monate.

Die Lumbalgie ist heute weltweit die häufigste Ursache von Behinderung. Bei den meisten Betroffenen lässt sich keine genaue nozizeptive Quelle identifizieren: Muskeln, Bänder, Gelenke und Bandscheiben können am Schmerz beteiligt sein, oft in Kombination.

Die französische Gesundheitsbehörde HAS unterscheidet die nicht-spezifische Lumbalgie, die mit Abstand häufigste Form, von der sogenannten symptomatischen Lumbalgie, die mit einer spezifischen Ursache (Infektion, Entzündung, Tumor, Fraktur) zusammenhängt. Diese ist selten; Anamnese und ärztliche Untersuchung suchen danach anhand von Warnzeichen, den sogenannten „Red Flags“. Wenn der Schmerz entlang des Verlaufs eines Nervs in das Bein ausstrahlt, spricht man von Lumboradikulalgie (Ischialgie oder Cruralgie).

Lesart Blue Portance / SBNFA™

Das SBNFA™ versucht nicht, ein verantwortliches Einzelteil zu benennen. Es ergänzt die Frage „Welche Struktur ist betroffen?“ um weitere Fragen: Wie sind die Belastungen verteilt? Welche Bewegungen bleiben verfügbar? Können Becken und Hüften ihre Konfiguration verändern? Kompensieren bestimmte Regionen dauerhaft für andere?

Diese Lesart ersetzt nicht die Diagnose: Sie verändert die Analyseebene, von der isolierten Struktur hin zu den funktionellen Fähigkeiten des Systems, also zu seinem Potenzial an Anpassungsfähigkeit.

Beitrag zur Analyse des Sitzens

Die Sitzposition verändert die Ausrichtung des Beckens und die Organisation der Lendenwirbelsäule. Wenn ein Lendenschmerz in Sitzposition auftritt oder zunimmt, liefert die Beobachtung der Haltedauer, der Variabilität der Auflagepunkte und der Beziehung zwischen Becken und Oberschenkelknochen eine funktionelle Information, ohne für sich allein den Ursprung des Schmerzes bestimmen zu können.

Abzugrenzen von

Lumboradikulalgie (Ischialgie, Cruralgie), bei der der Schmerz dem Verlauf einer Nervenwurzel folgt; Hexenschuss (Lumbago), umgangssprachlicher Begriff für eine akute Schmerzattacke; MSE (Muskel-Skelett-Erkrankungen), umfassendere Kategorie der Arbeitsgesundheit.

Verwandte Begriffe

Femoralisneuralgie (Cruralgie) · Ischias · Zentrale Sensibilisierung · Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE)

Quellen und Tragweite

Etablierte Definitionen und Klassifikation (HAS, internationale Literatur). Dieser Eintrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung, insbesondere bei Vorliegen von Warnzeichen.

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