Anatomie · funktionelle Lesart

Nervus pudendus

Der Nervus pudendus ist ein Nerv, der hauptsächlich aus den Sakralwurzeln S2 bis S4 hervorgeht. Er übernimmt einen wesentlichen Teil der sensiblen und motorischen Innervation des Damms und der äußeren Geschlechtsorgane.

Wissenschaftliche Grundlage

Der Nervus pudendus verlässt das Becken, umrundet die Region der Spina ischiadica, verläuft in der Nähe des Ligamentum sacrospinale und des Ligamentum sacrotuberale und erreicht dann den Pudendalkanal oder Alcock-Kanal. Er teilt sich unter anderem in die Äste Nervi rectales inferiores, Nervi perineales und Nervus dorsalis penis bzw. clitoridis. Sein Verlauf durchquert somit mehrere anatomische Umgebungen – muskuläre, ligamentäre und fasziale –, deren mechanische Beziehungen mit den Bewegungen von Becken und Hüften variieren können. Die Sitzposition ist von besonderem Interesse, weil ein Teil dieses Verlaufs in der Nähe der Regionen liegt, die den Becken- und Dammauflagen ausgesetzt sind.

Lesart Blue Portance / SBNFA™

Im SBNFA™ wird der Nervus pudendus nicht als isolierte Struktur analysiert, sondern als bewegliches Element innerhalb einer Gewebeumgebung. Die Analyse betrifft insbesondere die relative Beweglichkeit des Nervs gegenüber den benachbarten Geweben, die Gleitmöglichkeiten, die Verteilung der Belastungen, ihre Dauer und ihre Variabilität im Lauf der Zeit.

Beitrag zur Analyse des Sitzens

Eine funktionelle Analyse des Sitzens besteht daher nicht nur darin, nach einem lokalen Druck zu suchen. Sie befasst sich ebenso mit der Fähigkeit von Becken und Hüften, ihre Konfiguration zu wechseln, die Auflagen zu verändern und das lange Beibehalten ein und derselben mechanischen Organisation zu vermeiden.

Abzugrenzen von

Pudendusneuralgie, die ein Schmerzbild bezeichnet; Alcock-Kanal, der einer anatomischen Region im Verlauf des Nervs entspricht.

Quellen und Tragweite

Eine anatomische Beziehung erlaubt für sich allein nicht, die Ursache eines Schmerzes zu bestimmen.

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